Ektropium beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Ektropium entsteht, wenn sich das untere Augenlid nach außen rollt. Das kommt besonders häufig bei Rassen mit lockerer Gesichtshaut vor, wie Bloodhounds, Bernhardinern und Basset Hounds.
  • Achte auf eine sichtbare rosa Bindehaut, übermäßiges Tränen, Rötungen oder Ausfluss, und lass das lieber von einem Tierarzt bestätigen, statt zu raten.
  • Die meisten diagnostizierten Fälle werden eher mit Tropfen und Salben behandelt als mit einer Operation, auch wenn schwere Fälle chirurgisch korrigiert werden müssen und die Erholung 10 bis 14 Tage dauert.
  • Da ein Ektropium oft erblich bedingt ist, helfen verantwortungsvolle Zucht und regelmäßige Augenuntersuchungen bei besonders gefährdeten Rassen, es früh zu erkennen.
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    Ektropium bei Hunden ist eine Augenerkrankung, bei der sich das untere Augenlid nach außen vom Augapfel wegrollt, wodurch das Auge anfällig für chronische Reizungen und Entzündungen wird. Besonders häufig kommt es bei Rassen mit lockerer Gesichtshaut vor, etwa beim Bloodhound, Bernhardiner und Basset Hound. Manche Fälle sind erblich; andere entstehen später durch Verletzungen, Vernarbungen oder einfach durch das Älterwerden. Die Symptome reichen von tränenden oder trockenen Augen bis hin zu Rötungen und verstärktem Tränenfluss, was unbehandelt in eine Sekundärinfektion übergehen kann. Die Behandlung reicht von Augensalben und künstlichen Tränen bis hin zu einer Operation in schwereren Fällen. Hier erfährst du, was tatsächlich dahintersteckt, woran du es erkennst und wie die Behandlung aussieht.

    Was sind die Ursachen von Ektropium bei Hunden?

    Ektropium kann genetische, körperliche oder äußere Ursachen haben. Die häufigsten sind:

    • Genetische Veranlagung: Rassen wie Bloodhound, Bernhardiner, Basset Hound, Mastiff und Cocker Spaniel haben von ihrer Anatomie her lockere Haut und längere Augenlider, was das Risiko für Ektropium deutlich erhöht [1].
    • Angeborene Auffälligkeiten: Manche Welpen werden einfach mit Augenlidern geboren, die zu lang oder zu schlaff sind, um eng am Augapfel anzuliegen.
    • Alterung: Wenn ein Hund älter wird, kann das Gewebe der Augenlider an Spannkraft verlieren und anfangen zu hängen.
    • Verletzung oder Vernarbung: Ein Trauma am Augenlid oder Vernarbungen nach einer früheren Operation, etwa einer Entropium-Korrektur, können das Lid nach außen ziehen [3].
    • Neurologische Erkrankungen: Eine Gesichtsnervenlähmung kann dazu führen, dass ein Augenlid hängt, unabhängig von seiner zugrunde liegenden anatomischen Form.

    Welche Hunderassen haben das höchste Risiko für Ektropium?

    Die größte aktuelle Studie dazu, eine Analyse aus dem Jahr 2025 mit mehr als 2,2 Millionen Hunden in Großbritannien in tierärztlicher Grundversorgung, fand das höchste Ektropium-Risiko bei Neapolitanischen Mastiffs, Bernhardinern, Deutschen Doggen und Basset Hounds; auch Bloodhounds und Cocker Spaniels waren stark vertreten [1]. Interessanterweise zeigte dieselbe Studie, dass Ektropium in der allgemeinen Praxis deutlich seltener diagnostiziert wird als das Gegenstück Entropium (nach innen rollendes Augenlid), und dass die meisten Fälle, über 95 %, medizinisch statt chirurgisch behandelt werden [1]. Vor allem Riesenrassen und mastiffartige Rassen können zudem ein kombiniertes Augenlidproblem entwickeln, das manchmal als „Diamond Eye“ bezeichnet wird, bei dem Entropium und Ektropium gleichzeitig an unterschiedlichen Bereichen desselben Lids auftreten [2].

    Was sind die Symptome von Ektropium bei Hunden?

    Hunde mit Ektropium zeigen typischerweise:

    • Hängende Augenlider: Das untere Lid hängt locker herab und legt die darunterliegende rosa Bindehaut frei.
    • Übermäßiger Tränenfluss oder trockene Augen: Ein offenes, schlecht anliegendes Augenlid stört den Tränenfilm, sodass die Tränen entweder zu schnell verdunsten oder überlaufen, statt normal abzufließen.
    • Rötung und Entzündung: die ständige Belastung durch Staub und Bakterien reizt das freiliegende Gewebe.
    • Schleimiger oder eiterartiger Ausfluss: eine natürliche Folge des verminderten Schutzes des Auges.
    • Lichtempfindlichkeit: manche Hunde kneifen die Augen zusammen oder meiden helles Licht, wenn das Auge gereizt ist.

    Bleibt es unbehandelt, erhöht diese chronische Freilegung das Risiko für Bindehautentzündung und Keratitis, da das Auge schlicht nicht den Schutz und die gleichmäßige Verteilung der Tränen erhält, die es braucht [3].

    Wie kannst du Ektropium bei deinem Hund erkennen?

    Achte auf eine sichtbar freiliegende rosa Bindehaut, Tränenfluss, der übermäßig wirkt, Rötungen oder Reizungen rund ums Auge, jeglichen Ausfluss und gelegentliches Zusammenkneifen der Augen. All das ist ein guter Grund für einen Tierarztbesuch, damit es richtig untersucht wird.

    Gut zu wissen

    Ektropium ist nicht immer von Geburt an vorhanden. Narben durch eine Verletzung, eine Infektion oder sogar eine frühere Augenlidoperation können das Lid später im Leben nach außen ziehen, ein Muster, das sowohl bei Hunden nach Verbrennungen als auch bei chronischen Hauterkrankungen dokumentiert wurde [4][5]. Wenn dein Hund erst im Erwachsenenalter hängende, gereizte Augenlider entwickelt und keine rassetypische Veranlagung besteht, sollte eine Narbenbildung ausgeschlossen werden.

    Wie wird Ektropium bei Hunden diagnostiziert?

    Die Diagnose beginnt in der Regel mit einer einfachen Sichtuntersuchung. Falls nötig, kann ein tierärztlicher Augenarzt weitere Tests durchführen:

    • Fluoreszein-Färbung: prüft auf Hornhautschäden durch Trockenheit oder Fremdpartikel.
    • Schirmer-Test: misst die Tränenproduktion, um zu bestätigen, dass das Auge ausreichend befeuchtet bleibt.
    • Spaltlampenuntersuchung: ein genauerer Blick auf Augenlider und Hornhaut, um zusätzliche Schäden festzustellen.

    Wann solltest du deinen Hund wegen Ektropium zum Tierarzt bringen?

    Geh möglichst schnell hin, wenn dein Hund auf einem oder beiden Augen kneift oder schielt, übermäßig tränt oder eiterartigen Ausfluss hat, bei hellem Licht Schmerzen zu haben scheint oder wiederkehrende Augenreizungen oder Infektionen hat.

    Welche möglichen Behandlungen gibt es für Ektropium bei Hunden?

    Die Behandlung hängt vom Schweregrad ab.

    Kann Ektropium von selbst heilen?

    In milden Fällen, besonders bei jungen Hunden, kann es sich mit dem Wachstum des Hundes bessern. Anhaltende Symptome brauchen jedoch eine echte Behandlung statt nur abzuwarten.

    Welche nicht-chirurgischen Behandlungen gibt es?

    • Künstliche Tränen, um Trockenheit vorzubeugen
    • Antibiotische Augensalben bei Infektionen
    • Entzündungshemmende Medikamente, um Schwellungen zu reduzieren

    So werden tatsächlich die meisten diagnostizierten Fälle im Alltag behandelt, nicht chirurgisch [1].

    Was umfasst die chirurgische Behandlung von Ektropium?

    In schwereren Fällen ist eine Operation die bessere Option. Häufige Techniken sind:

    1. Keilresektion: das Entfernen eines kleinen Abschnitts der Augenlidhaut, um das Lid zu straffen.
    2. Hotz-Celsus-Korrektur: die chirurgische Wiederherstellung des Augenlids in seine korrekte Position.
    3. Kombinierte Techniken, bei komplexeren oder „Diamond Eye“-Ausprägungen [2][3].

    Diese Eingriffe werden unter Vollnarkose durchgeführt, mit einer Erholungszeit von ungefähr 10 bis 14 Tagen.

    Welche Risiken hat eine Operation bei Ektropium?

    • Augenlider, die nach dem Eingriff zu straff sind
    • Unterkorrektur, die manchmal eine zweite Operation erforderlich macht
    • Postoperative Infektionen oder Reizungen, die eine weitere Behandlung erfordern

    Kann Ektropium bei Hunden verhindert werden?

    Es lässt sich nicht immer vollständig verhindern, aber das Risiko von Komplikationen kann reduziert werden durch:

    • Verantwortungsvolle Zucht: nur mit Elterntieren züchten, die kein Ektropium haben.
    • Regelmäßige Augenkontrollen, besonders bei Rassen mit höherem Risiko.
    • Schutz vor Verletzungen, da Verletzungen eine echte (wenn auch seltenere) Ursache sind.

    Ist Ektropium bei Hunden erblich?

    Oft ja, besonders bei Rassen mit lockerer Gesichtshaut, bei denen es weitgehend eine Frage von Konformation und Genetik ist [1].

    Fazit

    Ektropium bei Hunden ist eine häufige Augenliderkrankung, besonders bei Rassen mit lockerer Haut und langen Augenlidern. Die Symptome reichen von mild bis stark unangenehm, darunter tränende Augen, Rötungen und Entzündungen, und die Behandlung wird entsprechend angepasst – von Tropfen und Salben bis hin zur chirurgischen Korrektur. Es ist wichtig, es früh zu erkennen, denn unbehandelte Exposition erhöht das Risiko für Infektionen und dauerhafte Augenschäden. Wenn du vermutest, dass dein Hund ein Ektropium hat, ist ein Tierarztbesuch lieber früher als später die richtige Entscheidung.

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    Gute allgemeine Gesundheit und Pflegeroutinen helfen dabei, kleine Probleme, einschließlich Augenreizungen, früh zu erkennen, bevor sie größer werden.

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    Literaturverzeichnis

    [1] O'Neill DG, Mustikka MP, Brodbelt DC, Church DB, Vaattovaara V. Konformationsbedingte Augenliderkrankungen bei Hunden in der tierärztlichen Primärversorgung im Vereinigten Königreich: Epidemiologie und klinisches Management. PLOS One. 2025;20(6):e0326526. doi:10.1371/journal.pone.0326526
    [2] Kecova H, Miller WW, Lindley DM. Rekonstruktion des lateralen Augenwinkels zur Behandlung von Makroblepharon-/Diamantauge-Konformation bei Hunden. Vet Ophthalmol. 2025;28(2):341-352. doi:10.1111/vop.13239
    [3] van der Woerdt A. Adnexchirurgie bei Hunden und Katzen. Vet Ophthalmol. 2004;7(5):284-290. doi:10.1111/j.1463-5224.2004.04044.x
    [4] Donaldson D, Smith KM, Shaw SC, Sansom J, Hartley C. Chirurgische Behandlung eines narbigen Ektropiums nach vernarbenden Dermatopathien bei zwei Hunden. Vet Ophthalmol. 2005;8(5):361-366. doi:10.1111/j.1463-5224.2005.00426.x
    [5] Hamilton HL, McLaughlin SA, Whitley RD, Swaim SF. Chirurgische Rekonstruktion eines schweren narbigen Ektropiums bei einem Welpen. J Am Anim Hosp Assoc. 1998;34(3):212-218. doi:10.5326/15473317-34-3-212

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