Warum ist Zahnpflege für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit meines Pferdes so wichtig?
Zuletzt aktualisiert: 12/09/2025
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Wusstest du, dass die Zähne eines Pferdes pro Jahr 2–3 mm wachsen? Ohne ausreichenden Abrieb können sich scharfe Haken bilden, die Wunden und daraus entstehende Schmerzen verursachen können. Kein Wunder also, dass Zahnprobleme oft die Ursache für Verhaltens- und Leistungsprobleme sind.
Genau wie beim Menschen ist ein gesundes Gebiss entscheidend für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden deines Pferdes. Als Pferdehalter bist du vielleicht auf der Suche nach wissenschaftlich fundierten Lösungen, um dein Pferd gesünder und zufriedener zu halten (Patterson, 2020).
Als Pferdehalter*in bemerkst du vielleicht Veränderungen im Verhalten, in der Gesundheit oder sogar bei der täglichen Pflege deines Pferdes, von denen viele tatsächlich mit Zahnproblemen zusammenhängen können.
Hier sind fünf der häufigsten Anzeichen dafür, dass dein Pferd mit Zahnproblemen zu tun haben könnte:
Die Horse Grimace Scale (HGS) (Abbildung 1) kann ein hilfreiches Instrument sein, um Schmerzsignale zu erkennen. Gesichtsausdrücke können mit der HGS verglichen werden, um Zahnerkrankungen objektiv zu beurteilen. Wenn du unsicher bist, solltest du am besten eine Tierärztin oder einen Tierarzt konsultieren (Dalla Costa et al., 2014).
Wenn du eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerkst, ist es sinnvoll, eine Zahnkontrolle zu vereinbaren, damit Probleme erkannt werden, bevor sie sich verschlimmern.
Abbildung 1: Pferde-Grimassen-Skala (HGS) (Dalla Costa et al., 2014)
Die Zähne von Pferden sind an eine faserreiche Ernährung angepasst. Pferde haben ein sogenanntes hypsodontes Gebiss. Das bedeutet, dass sich mehr Zahnkrone oberhalb des Zahnfleischrands befindet und eine Reservekrone darunter liegt (Abbildung 2).
Anders als bei Menschen wachsen die Zähne eines Pferdes fast das ganze Leben lang weiter (bzw. brechen weiter durch), um die natürliche Abnutzung durch das Kauen von rohfaserreichem Futter auszugleichen.
Diese Reserven sorgen dafür, dass die Zähne weiter wachsen können und die Teile ersetzen, die sich beim Kauen abnutzen. Diese Reserven sind jedoch begrenzt, weshalb ältere Pferde häufiger unter Zahnverlust leiden (SPANA, 2025; Graham, 2002).
Abbildung 2: (A) brachydonter Zahn mit gleich großen Anteilen von Krone und Wurzel (zum Beispiel: Hunde, Katzen und Menschen) (B) hypsodontes Gebiss bei Pferden: mehr Zahnkrone oberhalb des Zahnfleischrands und Reservekrone darunter (Clauss, M. 2015).
Weil das Kauen von faserreichem Futter für diesen natürlichen Abrieb essenziell ist, können Pferde ohne täglichen oder mit unzureichendem Zugang zur Weide ihre Zähne möglicherweise nicht gleichmäßig abnutzen. Dadurch greifen die Zähne nicht mehr richtig ineinander und mit der Zeit kann das zu scharfen Kanten an den Zähnen führen. Solche scharfen Kanten können Wunden verursachen, was zu Schmerzen und Schwellungen führt (Abbildung 3) (SPANA, 2025; Graham, 2002).
Neben Schwierigkeiten beim Kauen und Verdauen von Futter können Zahnprobleme auch bestimmte Verhaltensänderungen auslösen. Um das Wohlbefinden von Pferden zu unterstützen, sind die richtige Pflege und Ernährung daher essenziell (Graham, 2002).
Abbildung 3: Zahn mit scharfen Kanten (links) und ohne (rechts) (Texasequinedentist.com, 2019)
Hohe Kosten und Unsicherheit: Besitzer berichten auch von hohen Kosten für gründliche Untersuchungen oder Eingriffe. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen einmal oder zweimal pro Jahr, je nach Alter, können helfen, schwerwiegendere und kostspieligere Probleme zu vermeiden.
Manche Besitzer fragen sich, ob es Alternativen zur Zahnextraktion gibt, zum Beispiel Füllungen oder Wurzelbehandlungen. Diese Behandlungen sind heute tatsächlich möglich und können von Tierärzten oder Pferdedentisten durchgeführt werden. Dank verbesserter Ausrüstung, sichererer Anästhesie und besserem Fachwissen sind diese Techniken fortschrittlicher und zugänglicher geworden. Auch eine zweite Meinung kann Klarheit darüber geben, ob ein Eingriff wirklich notwendig ist (Advanced Equine Dentistry Inc., 2020; Lesté-Lasserre, 2023).
Regelmäßige Untersuchungen, am besten einmal im Jahr, sind sehr zu empfehlen, um Probleme frühzeitig zu erkennen und Schmerzen zu vermeiden. Bei älteren Pferden, etwa ab einem Alter von 15-18 Jahren, können halbjährliche Kontrolluntersuchungen sinnvoll sein. Mit zunehmendem Alter nutzt sich die Reservekrone ab, wodurch Zahnprobleme wahrscheinlicher werden. Auch jüngere Pferde können von einer regelmäßigen Kontrolle profitieren. Bis etwa zum fünften Lebensjahr brechen ihre bleibenden Zähne durch. Neben dem schnellen Zahnwechsel können häufigere Untersuchungen auch dabei helfen, Angst vor künftigen Kontrollen vorzubeugen (Patterson, 2022; AAEP, 2025; Sellers F., 2015).
Angst bei Pferden: Angst ist ein weiterer Faktor, besonders wenn Pferde zu Kontrolluntersuchungen gehen. Wie ein Pferdedentist oder Tierarzt mit dem Pferd umgeht, kann einen großen Einfluss haben. Ein ruhiger Umgang macht einen echten Unterschied, besonders bei jungen oder unerfahrenen Pferden.
Bei jungen Pferden kann eine schrittweise Gewöhnung Angst reduzieren. Wenn du dir die Zähne regelmäßig selbst ansiehst—z. B. indem du die Oberlippe anhebst oder die Zunge berührst—kann sich das Pferd in einer vertrauten Umgebung an diese Handlungen gewöhnen, was spätere Untersuchungen erleichtert.
Pferde, die mit getreidebasierten Rationen gefüttert werden, verbringen weniger Zeit mit Kauen, was zu geringerem oder ungleichmäßigem Zahnabrieb führt. Dadurch kann der Bedarf an Zahnbehandlungen steigen (Kentucky Equine Research, 2015).
Eine auf das einzelne Pferd abgestimmte Fütterung ist daher entscheidend, um den natürlichen Zahnabrieb zu erhalten. Faktoren wie Alter, Gewicht und Aktivitätsniveau sollten ebenfalls berücksichtigt werden, bevor Anpassungen an der Fütterung vorgenommen werden (AAEP, 2025). Notwendige Anpassungen sollten idealerweise in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen.
“Die richtige Ernährung ist die Grundlage der Gesundheit. Wenn wir die Kraft der Natur nutzen, können wir dafür sorgen, dass Pferde und Haustiere optimale Gesundheit und Vitalität genießen.”
Aktuelle Studien (Zhang et al., 2022; Umapathy, 2022; Wojtylko et al., 2023) zeigen, dass die entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften von Kurkuma die Zahngesundheit positiv beeinflussen können.
Ergänzungsfuttermittel mit Kurkuma, wie Restore & Revive, sind eine wertvolle Ergänzung für die Ernährung deines Pferdes. Kurkuma hat außerdem positive Effekte auf die Gesundheit von Gelenken und Muskeln
Die Zahnpflege beim Pferd ist wichtig für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit deines Pferdes. Wenn du Symptome früh erkennst und die Zähne regelmäßig kontrollieren lässt, kannst du ernsthaften Problemen vorbeugen. Genauso wichtig sind fundiertes Wissen und die richtige Ernährung, um die Maulgesundheit langfristig zu unterstützen. Wenn du eine individuelle Beratung für dein Pferd möchtest oder Fragen zu Fütterung und Supplementen hast, sprich am besten mit deinem Tierarzt oder schreib unserem Tierarzt unter info@curafyt.com.