What Do My Horse’s Blood Values Mean? How a veterinarian interprets them

Was bedeuten die Blutwerte meines Pferdes? So interpretiert ein Tierarzt sie

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein komplettes Blutbild kann Anämie und erhöhte weiße Blutkörperchen aufzeigen – zwei Hinweise darauf, dass Müdigkeit und chronische Entzündungen den Gewichtsverlust antreiben könnten, selbst wenn ein Pferd genug frisst.
  • Niedrige Gesamtprotein- und Albuminwerte deuten oft auf Darmschäden oder Leberprobleme hin, da eine entzündete Darmschleimhaut dazu führt, dass diese Proteine aus dem Blutkreislauf austreten.
  • Leberenzyme, Nierenwerte und Elektrolytungleichgewichte beeinflussen jeweils, wie gut ein Pferd Energie speichert und Nährstoffe aufnimmt; daher helfen auffällige Werte, unerklärliche Magerkeit oder Lethargie zu erklären.
  • Erhöhtes ACTH kann auf PPID hinweisen, was sich meist durch Verlust der Rückenmuskulatur, ein langes oder lockiges Fell sowie vermehrtes Trinken und Wasserlassen zeigt – am häufigsten bei älteren Pferden.
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    Ein umfassender Bluttest kann innere Ungleichgewichte sichtbar machen, die man von außen nie erkennt und die trotzdem beeinflussen, wie der Körper deines Pferdes Nährstoffe nutzt und speichert. Im Folgenden zeigen wir dir die Blutparameter, die dein Tierarzt bei der Abklärung von Gewichtsverlust zuerst prüft, und was dir jeder einzelne Wert sagen kann.

    Blutparameter, die dein Tierarzt prüfen wird

    Großes Blutbild (CBC)

    Eine niedrige Zahl roter Blutkörperchen, also eine Anämie, bedeutet, dass weniger Sauerstoff in die Muskeln gelangt. Das Pferd ermüdet schneller und hält seinen Zustand schlechter. Eine hohe Zahl weißer Blutkörperchen weist auf eine Infektion oder Entzündung hin, und der Körper lenkt Energie in deren Bekämpfung statt in Wachstum oder Regeneration. Eine Neutrophilie ist tatsächlich die mit Abstand häufigste Blutveränderung, die bei Pferden mit chronischer Darmerkrankung gefunden wird [1]. Bleibt so eine chronische Entzündung unbehandelt, führt sie schon für sich allein zu Gewichtsverlust, selbst bei einer vollen Ration.

    Tierarzt nimmt einem Pferd Blut für ein Diagnostikprofil ab

    Gesamtprotein und Albumin

    Niedrige Gesamtprotein- und Albuminwerte deuten meist auf eine schlechte Aufnahme oder ein chronisches Grundleiden hin. Wenn die Darmschleimhaut geschädigt oder entzündet ist, tritt Protein direkt aus dem Blutkreislauf aus, statt das Gewebe zu erreichen, das es braucht. Pferde mit chronischem Durchfall, Magengeschwüren oder Lebererkrankungen zeigen oft dieses Muster. In schweren Fällen wie einer rechtsdorsalen Kolitis kann das Plasmaprotein unter 5.0 g/dL und das Albumin unter 1.5 g/dL fallen [1].

    Globulin

    Hohe Globulinwerte sprechen für eine anhaltende Entzündung oder Infektion. Das Immunsystem arbeitet mit höherem Energieaufwand, wenn es im Hintergrund gegen etwas ankämpft, und diese Energie muss von irgendwoher kommen. Fast die Hälfte der Pferde mit Leberversagen zeigt eine erhöhte Globulinkonzentration [1], weshalb Tierärzte Albumin und Globulin gemeinsam beurteilen statt einzeln. Ein Pferd kann auf diese Weise unbemerkt Gewicht verlieren, obwohl es gut frisst.

    Leberenzyme (AST, GGT, SDH)

    Erhöhte Leberenzyme sind ein Zeichen für Stress oder Schäden an diesem Organ. GGT gilt als der verlässlichste Marker für Lebererkrankungen beim Pferd. In einer Fallserie war es bei allen 50 Pferden mit bestätigter Lebererkrankung erhöht [2]. AST und ALP steigen eher bei chronischen Schäden an, während SDH und GGT schneller ansteigen und auf einen aktiveren Prozess hinweisen [2]. Eine überlastete Leber kann Energie nicht so speichern oder freisetzen, wie sie sollte, und das Pferd wirkt am Ende dünn, stumpf oder einfach nicht ganz fit, selbst wenn sonst nichts auffällig scheint.

    Nierenwerte (Harnstoff, Kreatinin)

    Hohe Harnstoff- oder Kreatininwerte deuten auf eine eingeschränkte Nierenfunktion oder Dehydrierung hin. Eine chronische Nierenerkrankung bringt verminderten Appetit, Muskelabbau und ein stumpfes Fell mit sich. Manche betroffene Pferde trinken und urinieren mehr und verlieren dabei trotzdem weiter an Gewicht.

    Elektrolyte

    Elektrolytungleichgewichte können auf Dehydrierung oder Organfunktionsstörungen hinweisen. Wenn sie lange genug unkorrigiert bleiben, beeinträchtigen sie die Verdauung und die Nährstoffaufnahme. Vor allem ein Mangel an Natrium oder Chlorid führt zu Müdigkeit und wenig Appetit.

    Glukose und Insulin

    Glukose und Insulin steuern, wie effizient der Körper Futter in nutzbare Energie umwandelt. Auffällige Werte können auf eine Stoffwechsel- oder Hormonerkrankung wie das Equine Metabolische Syndrom (EMS) hinweisen, bei dem eine Insulinfehlregulation das entscheidende Merkmal ist [3]. Kein einzelner Test erfasst jeden Fall, deshalb kombinieren Tierärzte oft eine Ruheprobe mit einem dynamischen Test wie dem oralen Zuckertest [3]. EMS kann Gewichtsverlust auch eher verdecken, statt ihn direkt zu verursachen, weil es verändert, wo Fett am Körper sitzt, statt es abzubauen.

    Adrenokortikotropes Hormon (ACTH)

    ACTH zeigt, wie aktiv die Hypophyse ist. Ein hoher Wert kann auf PPID hindeuten, besser bekannt als equines Cushing-Syndrom, das sich durch Muskelverlust entlang der Oberlinie, ein langes oder lockiges Fell, vermehrtes Trinken und Urinieren sowie einen verspäteten Fellwechsel zeigt. Es kommt häufiger bei älteren Pferden vor, aber nicht ausschließlich [5]. Weil ein einzelner ACTH-Wert als alleinstehender Test klare Grenzen hat [4], bewerten Tierärzte ihn zusammen mit dem klinischen Gesamtbild statt isoliert.

    Gut zu wissen

    Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2022, in der 11 Studien zu ACTH-Tests beim Pferd zusammengefasst wurden, zeigte, dass damit PPID in etwa 72% der Fälle korrekt erkannt und in etwa 88% der Fälle korrekt ausgeschlossen wird. Das ist genau genug, um einen Fall zu bestätigen, den Tierärzte bereits vermuten, aber nicht genau genug, um damit allein ein gesund aussehendes älteres Pferd zu screenen [4].

    Nahaufnahme von Blutprobenröhrchen für die Diagnostik beim Pferd

    Fazit

    Ein Bluttest gibt deinem Tierarzt einen Einblick in das, was unter der Oberfläche passiert, und erklärt oft anhaltenden Gewichtsverlust oder einen schlechten Ernährungszustand ohne offensichtliche Ursache. Ob das Problem in der Leber, den Nieren, dem Stoffwechsel oder in einem unterschwelligen Entzündungsprozess liegt, die Ergebnisse weisen auf den nächsten Schritt hin. Wenn die Werte normal zurückkommen oder stattdessen niedriges Protein, Leberauffälligkeiten oder Anzeichen einer chronischen Entzündung zeigen, kann dein Tierarzt als Nächstes eine Gastroskopie empfehlen, um auf Magengeschwüre oder Darmerkrankungen zu prüfen.

    Sobald die zugrunde liegende Ursache erkannt ist, verlagert sich der Fokus auf Ernährung und Rationsmanagement. In unserem passenden Blogbeitrag kannst du mehr darüber lesen, wie du ein untergewichtiges Pferd fütterst und wie du die Ration an die konkrete Ursache hinter dem Gewichtsverlust anpasst.

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    Sobald die Blutwerte dich in Richtung einer Ursache führen, kann die richtige Ernährung die Regeneration von innen heraus unterstützen.

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    Quellen

    [1] DeNotta SL, Divers TJ. Klinische Pathologie beim erwachsenen kranken Pferd: das Magen-Darm-System und die Leber. Veterinary Clinics of North America: Equine Practice. 2020;36(1):105-120.

    [2] Satué K, Miguel-Pastor L, Chicharro D, Gardón JC. Leberenzymprofil bei Pferden. Animals. 2022;12(7):861.

    [3] Durham AE, Frank N, McGowan CM, Menzies-Gow NJ, Roelfsema E, Vervuert I, Feige K, Fey K. ECEIM-Konsenspapier zum equinen metabolischen Syndrom. Journal of Veterinary Internal Medicine. 2019;33(2):335-349.

    [4] Meyer JC, Hunyadi LM, Ordóñez-Mena JM. Die Genauigkeit von ACTH als Biomarker für die Dysfunktion der Pars intermedia der Hypophyse beim Pferd: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse. Equine Veterinary Journal. 2022.

    [5] Barrelet A, Ricketts SW. Hämatologie und Blutbiochemie beim Pferd: ein Leitfaden zur Interpretation. In Practice. 2002;24(6):318-327.

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