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6 Anzeichen von Arthrose bei Pferden (und was du dagegen tun kannst)
6 Anzeichen von Arthrose bei Pferden (und was du dagegen tun kannst)
Das Wichtigste auf einen Blick
- Arthrose ist weiter verbreitet, als den meisten Haltern bewusst ist: Bei mehr als der Hälfte der Pferde über 15 sind bereits Veränderungen vorhanden, und eine britische Studie zeigte, dass Tierärzte bei 50 % der untersuchten alten Pferde Lahmheit feststellten, während die Besitzer selbst nur 23 % angegeben hatten.
- Frühe Arthrose zeigt sich meist eher durch einen steifen, hölzernen Gang, der sich nach 10 bis 15 Minuten Bewegung bessert, als durch eine offensichtliche Lahmheit; auch selteneres Wälzen oder mühevolles Aufstehen aus dem Liegen sind frühe Warnzeichen.
- Widerstand unter dem Sattel, Wegdrücken des Rückens, Schweifschlagen und Unwillen zu angallopieren oder sich zu wenden sind Schmerzreaktionen, keine Trainingsprobleme, und auch neue Reizbarkeit oder eine Veränderung im Temperament können darauf hindeuten.
- Lahmheit, die sich auf einem kleinen Zirkel stärker zeigt als auf gerader Linie, oder Futterausspucken beim Fressen sollten in beiden Fällen tierärztlich auf Lahmheit untersucht werden, denn Arthrose lässt sich nicht rückgängig machen, kann aber mit tierärztlicher Betreuung, Bewegung und ernährungsphysiologischer Unterstützung frühzeitig gut begleitet werden.
Osteoarthritis bei Pferden betrifft mehr als nur die Gelenkoberfläche: Mit fortschreitender Erkrankung sind auch Knochen, Knorpel und die umliegenden Bänder beteiligt. Sie ist außerdem viel häufiger, als die meisten Halter annehmen. Arthrotische Veränderungen sind bereits bei mehr als der Hälfte aller Pferde über 15 vorhanden, und mit 30 steigt dieser Anteil auf 80–90 Prozent [1]. Die Anzeichen früh zu erkennen, ist entscheidend dafür, wie gut sich die Erkrankung managen lässt.
Arthrose-Serie
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Warum diese Anzeichen oft übersehen werden
Eine britische Studie, in der 200 geriatrische Pferde klinisch untersucht wurden, stellte bei genau der Hälfte Lahmheit fest, doch nur 23 Prozent der Besitzer hatten diese zuvor gemeldet [2]. Genau darin liegt das Problem bei Osteoarthritis: Das Pferd passt sich still an, und der Besitzer passt seine Erwartungen unbewusst gleich mit an.
Sechs Anzeichen für Osteoarthritis bei Pferden
1. Eingeschränkte Beweglichkeit und steifer Gang
Osteoarthritis beginnt nur selten mit deutlicher Lahmheit. Das erste Anzeichen ist typischerweise ein steifer, staksiger Gang: Dein Pferd kommt nur langsam in Bewegung und fühlt sich unter dem Sattel weniger geschmeidig an. Bei Pferden mit zervikaler Osteoarthritis sind Beugung und seitliche Halsbewegungen sichtbar eingeschränkt [3].
Eine wichtige Beobachtung: Nach 10–15 Minuten aktiver Bewegung lässt die Steifheit oft spürbar nach. Dieses Warm-up-Muster ist typisch für eine frühe Gelenkerkrankung und sollte nicht damit verwechselt werden, dass sich das Pferd einfach nur einläuft [3]. Ich sehe immer noch, dass Besitzer das als Faulheit zu Beginn eines Ritts abtun. Meistens ist es das nicht.
2. Schwierigkeiten beim Wälzen und Aufstehen
Achte darauf, ob sich dein Pferd seltener als sonst wälzt oder Mühe hat, aus dem Liegen aufzustehen. Wenn Osteoarthritis die Wirbelsäule betrifft, werden diese Bewegungen anstrengend und unangenehm. Eine geringere Häufigkeit des Wälzens ist ein frühes Anzeichen, das leicht übersehen wird [3].
3. Widerstand und Ausweichverhalten unter dem Sattel
Aktivitäten, die ein betroffenes Gelenk komprimieren oder verdrehen, wie Springen, enge Wendungen und Seitengänge, können starke Schmerzen auslösen. Anzeichen sind unter anderem ein weggedrückter Rücken, Schweifschlagen, Unwillen zu angallopieren oder sogar die komplette Verweigerung von Übungen, die zuvor problemlos waren. Das sind Schmerzreaktionen, keine Trainingsprobleme [4].
4. Lahmheit, besonders deutlich auf dem Zirkel
Eine asymmetrische Belastung der Gelenke führt zu Lahmheit, die auf einem kleinen Zirkel oft deutlicher sichtbar ist als auf gerader Linie. Bei Lahmheit der Vordergliedmaße ist Kopfnicken im Trab, bei dem das Pferd den Kopf senkt, wenn das gesunde Bein auffußt, ein klassisches Beurteilungsmerkmal [5].
5. Reizbarkeit und Verhaltensänderungen
Chronische Schmerzen verändern das Verhalten. Ein Pferd mit anhaltenden Beschwerden kann die Ohren anlegen, mit dem Schweif schlagen, beißen, treten oder das Putzen im betroffenen Bereich nicht mehr tolerieren. Wenn ein Pferd allgemein schwierig im Umgang geworden ist und es dafür keine andere klare Erklärung gibt, sollte eine tierärztliche Lahmheitsuntersuchung erfolgen [4].
6. Schwierigkeiten beim Kauen (Quidding)
Wenn dein Pferd Futter fallen lässt, asymmetrisch kaut oder eine Maulseite bevorzugt, kann das Kiefergelenk beteiligt sein. Diese Anzeichen überschneiden sich mit Zahnproblemen, deshalb ist eine tierärztliche Untersuchung notwendig, um die Ursache zu unterscheiden [3].
Was du tun solltest, wenn diese Anzeichen auftreten
Kontaktiere deinen Tierarzt für eine Lahmheitsuntersuchung. Osteoarthritis lässt sich nicht rückgängig machen, aber ein früh begonnener, tierärztlich begleiteter Managementplan, der tierärztliche Versorgung, passende Bewegung und tägliche ernährungsbezogene Unterstützung kombiniert, kann helfen, Komfort und Lebensqualität zu erhalten.
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[1] van Weeren, P.R. & Back, W. (2016). Musculoskeletal disease in aged horses and its management. Veterinary Clinics of North America: Equine Practice, 32(2), 229–247.
[2] Ireland, J.L., Clegg, P.D., McGowan, C.M., McKane, S.A., Chandler, K.J. & Pinchbeck, G.L. (2012). Comparison of owner-reported health problems with veterinary assessment of geriatric horses in the United Kingdom. Equine Veterinary Journal, 44(1), 94–100.
[3] Ross, M.W. & Dyson, S.J. (eds) (2011). Diagnosis and Management of Lameness in the Horse, 2nd ed. Elsevier Saunders.
[4] van Loon, J.P.A.M. & Van Dierendonck, M. (2015). Monitoring acute equine pain using the Equine Utrecht University Scale for Composite Pain Assessment (EQUUS-COMPASS) and the Equine Utrecht University Scale for Facial Action Units (EQUUS-FAP). The Veterinary Journal, 206(3), 356–364.
[5] Buchner, H.H.F., Savelberg, H.H.C.M., Schamhardt, H.C. & Barneveld, A. (1996). Head and trunk movement adaptations of horses to induced fore- and hindlimb lameness. Equine Veterinary Journal, 28(1), 63–70.
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