Studien haben gezeigt, dass fast 70% der Sportpferde Magengeschwüre haben [1]. Magengeschwüre sind sehr schmerzhaft und können zu verminderter Leistung, reduziertem Appetit, Koliken und weiteren gesundheitlichen Problemen führen. Lies weiter und erfahre, wie Magengeschwüre entstehen können, wie du sie erkennst und was du tun kannst, um ihnen vorzubeugen.
Was sind Magengeschwüre bei Pferden?
Magengeschwüre entstehen, wenn die Magenschleimhaut durch die kontinuierliche Produktion von Magensäure geschädigt wird, was zu Entzündungen führt, die von oberflächlich bis tief reichen können.
Wie erkennst du Magengeschwüre bei Pferden?
Zu den deutlichsten Symptomen von Magengeschwüren bei Pferden gehören:
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Verminderter Appetit
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Gewichtsverlust
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Leistungsschwäche
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Gähnen
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Zähneknirschen (vor allem bei Fohlen)
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Schmerzen oder Beißen beim Gurten (auch als Gurtzwang bekannt)
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Stumpfes Fell
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Wiederkehrende Koliken
Wenn du Magengeschwüre vermutest, ist es wichtig, deinen Tierarzt zu kontaktieren. Er oder sie kann den Magen mit einem Endoskop untersuchen und den Schweregrad der Erkrankung feststellen.
Wie entstehen Magengeschwüre bei Pferden?
Magengeschwüre entstehen, wenn die normale Säureproduktion im Magen nicht ausreichend abgepuffert wird oder wenn während des Transports Darminhalt in den Magen zurückfließt [4]. Mit Abpufferung ist die schützende Schleimschicht zusammen mit Speichel gemeint, die die Magenschleimhaut vor dem sauren Inhalt schützen sollte.
Ursachen einer gestörten Magensäureproduktion bei Pferden
Eine gestörte Magensäureproduktion kann durch übermäßigen Stress und ein Ungleichgewicht zwischen Kraftfutter und Raufutter entstehen. Die Speichelproduktion ist am höchsten, wenn Pferde Raufutter wie Heu und Gras fressen, und sie muss gefördert werden, um die direkte Einwirkung der Magensäure auf die Magenschleimhaut zu verhindern [1,2].
Transport als Ursache für Magengeschwüre bei Pferden
Neue Daten deuten auf einen Zusammenhang zwischen Transport und Magengeschwüren hin. Es wurde beobachtet, dass der Rückfluss von Gallensäuren in den Magen während des Transports zusammen mit einer gestörten Magenentleerung die Magenschleimhaut schädigt und die Anfälligkeit für Magengeschwüre erhöht [4].
Wie kannst du Magengeschwüren bei deinem Pferd vorbeugen?
1. Lass dein Pferd über den ganzen Tag verteilt kauen
Um Magengeschwüren vorzubeugen, sollte dein Pferd über den ganzen Tag verteilt kauen können. Der beim Kauen produzierte Speichel hilft, die Magensäure zu reduzieren. Gib deinem Pferd deshalb ständig Zugang zu Raufutter (z. B. Heu) (mindestens 9 kg für ein 600 kg schweres Pferd). Idealerweise bietest du das Raufutter in einem Slow Feeder oder Heunetz an, damit dein Pferd beschäftigt bleibt [1,5].
2. Nutze Alfalfa, um Magensäure zu puffern
Alfalfa hat einen hohen Kalziumgehalt, der dabei hilft, Magensäure zu neutralisieren. Wähle Alfalfa ohne Melasse, da Pferde keinen zusätzlichen Zucker brauchen [1,5].
3. Begrenze die Menge an Kraftfutter
Bei einem 500-kg-Pferd sollte die tägliche Menge an Kraftfutter 2.5 kg nicht überschreiten, mit mindestens 6 Stunden zwischen den Fütterungen [1,5].
4. Gib während des Transports Raufutter
Wenn du dein Pferd transportierst, biete ihm Raufutter und ausreichend Trinkwasser bis kurz vor dem Verladen an. Wenn möglich, gib ihm auch während des Transports Raufutter und Trinkwasser [1-2].
5. Sorge für eine stressfreie Umgebung
Ideal ist eine Umgebung, in der dein Pferd sozialen Kontakt zu anderen Pferden hat [2,5].
6. Erhalte die Magengesundheit mit probiotischen Ergänzungsmitteln
Unterstütze die Magengesundheit mit Guts&Glory, einem natürlichen Ergänzungsmittel, das reich an Prä- und Probiotika ist und sowohl die Magenschleimhaut als auch die Darmflora unterstützt.
Wie behandelt man Magengeschwüre bei Pferden?
Die Behandlung umfasst einen kombinierten Ansatz aus Medikamenten zur Hemmung der Magensäureproduktion und einem angepassten Fütterungsplan mit den passenden Ergänzungsmitteln [5]. Kontaktiere deinen Tierarzt für einen individuell abgestimmten Behandlungsplan für dein Pferd.
Wissenschaftliche Referenzen:
[1] Nieto J., et al., (2004) Häufigkeit von Magengeschwüren bei Distanzpferden – ein vorläufiger Bericht, The Veterinary Journal, Band 167 (1), 33-37, ISSN 1090-0233, https://doi.org/10.1016/j.tvjl.2003.09.005.
[2] F. M. Andrews und andere, Magengeschwüre bei Pferden, Journal of Animal Science, Band 83, Ausgabe suppl_13, Juni 2005, Seiten E18–E21, https://doi.org/10.2527/2005.8313_supplE18x.
[3] RJW Bell, JK Kingston, TD Mogg, NR Perkins. (2007) Die Häufigkeit von Magengeschwüren bei Rennpferden in Neuseeland. New Zealand Veterinary Journal 55:1, Seiten 13-18.
[4] Padalino B, Davis GL, Raidal SL. Auswirkungen des Transports auf den Magen-pH-Wert und Magengeschwüre bei Stuten. J Vet Intern Med. 2020 Mar;34(2):922-932. doi: 10.1111/jvim.15698. Epub 2020 Feb 3. PMID: 32009244; PMCID: PMC7096603.
[5] Buchanan R.B, Andrew F.M . Behandlung und Vorbeugung des Magengeschwürsyndroms. Vet clin Equine 19 2004.