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Hufrehe bei Pferden: Symptome und Anzeichen
Hufrehe bei Pferden: Symptome und Anzeichen
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wie du Hufrehe im frühen Stadium erkennst, bevor das Pferd sichtbar lahmt
- Wie sich ein stark pulsierender digitaler Puls anfühlt und warum er einer der zuverlässigsten frühen Hinweise ist
- Was du sofort tun solltest, während du auf den Tierarzt wartest, einschließlich Hufkühlung und dem Entfernen von Futter
- Wie das langfristige Management funktioniert, von der Hufbearbeitung über die Ernährung bis hin zur unterstützenden Pflege
Du kannst oft erkennen, dass eine Hufrehe im Anmarsch ist, bevor das Pferd sichtbar lahmt. Dieses Zeitfenster zwischen „irgendetwas stimmt nicht“ und „dieses Pferd kann nicht mehr richtig laufen“ ist der Moment, in dem frühes Eingreifen tatsächlich einen Unterschied macht. Zu wissen, worauf du achten und was du fühlen musst, ist entscheidend.
Hufrehe-Serie
Lies die anderen Artikel: Symptome und frühe Anzeichen · Behandlung und Unterstützung · Vorbeugung
Was ist Hufrehe, und warum verschlimmert sie sich
Der Name deutet auf eine Entzündung hin, und in manchen Fällen ist das zutreffend. Aber der Mechanismus hängt vom Auslöser ab. Die häufigste Form, bei Pferden auf Frühjahrsweiden oder nach Zugang zu Getreide, ist in erster Linie überhaupt keine entzündliche Erkrankung.
Hufrehe beschreibt ein Versagen der Lamellen: der Gewebeschichten, die das Hufbein an der Innenseite der Hufwand verankern. Wenn diese Verbindung nachlässt, verliert das Hufbein seinen Halt. In schweren oder langanhaltenden Fällen kann es sich nach unten drehen oder im schlimmsten Fall vollständig durch die Sohle sinken. Dieser strukturelle Schaden ist irreversibel. Der zugrunde liegende Prozess ist behandelbar. Genau deshalb ist es so wichtig, die Hufrehe früh zu erkennen.
Die aktuelle Forschung unterscheidet drei Formen. Am häufigsten ist die endokrinopathische Hufrehe, ausgelöst durch eine Dysregulation des Insulins: Chronisch erhöhte Insulinwerte stören über Stoffwechselwege die Zellhaftung innerhalb der Lamellen, nicht durch eine klassische Entzündung. Die zweite Form ist die sepsisbedingte Hufrehe, bei der eine systemische Erkrankung (eine Nachgeburtsverhaltung, eine schwere Kolik, eine systemische Infektion) Entzündungssignale auslöst, die das Lamellengewebe schädigen. Die dritte, die Stützbein-Hufrehe, entwickelt sich in einem Bein, das übermäßig belastet wird, weil die gegenüberliegende Gliedmaße schwer verletzt ist. Der vorgeschlagene gemeinsame Mechanismus bei allen drei Formen ist Stress an den basalen Epithelzellen: den Zellen, die dafür verantwortlich sind, die Lamellenverbindung intakt zu halten (Elliott & Bailey, 2023).
Die Vorderhufe tragen mehr vom Gewicht des Pferdes und sind deutlich häufiger betroffen. Ponys und übergewichtige Pferde haben ein höheres Risiko für die endokrinopathische Form, ebenso Pferde mit Insulindysregulation. In der klinischen Praxis sehe ich eine beträchtliche Anzahl von Fällen, die durch etwas ausgelöst wurden, das anderswo im Körper passiert ist: eine Nachgeburtsverhaltung, eine Kolik oder eine über Nacht offen gelassene Tür zum Futterraum.
Die frühen Anzeichen: worauf du achten und was du fühlen solltest
Die frühesten Anzeichen sind leicht zu übersehen, weil das Pferd sich noch bewegt, noch frisst und sich noch relativ normal verhält. Genau an diesem Punkt verlieren die meisten Besitzer wertvolle Zeit.
Warme Hufe
Heb den Huf an und halte die Hufwand in deiner Hand. Vergleiche sie mit den anderen Hufen. Etwas Wärme ist normal, besonders nach Bewegung. Worauf du achten solltest, ist Wärme, die deutlich stärker ist als an den anderen Hufen oder anhält, wenn das Pferd ruhig gestanden hat. Beidseitige Wärme in beiden Vorderhufen in Ruhe ist ein Signal, das du ernst nehmen solltest.
Ein tastbarer Puls in der Zehenarterie
Das braucht etwas Übung, ist aber einer der zuverlässigsten frühen Hinweise, die es gibt. Lege drei Finger an die Innen- oder Außenseite des Fesselgelenks über die Zehenarterie — niemals den Daumen, denn der hat seinen eigenen Puls und kann dir einen falschen Eindruck geben. Bei einem gesunden Pferd in Ruhe ist der Puls kaum zu spüren. Bei einem Pferd mit beginnender Hufrehe ist der Puls stark und deutlich. Die Arterie hämmert gegen deine Finger. Wenn du einmal einen normalen digitalen Puls und dann einen auffälligen gespürt hast, wirst du die beiden nicht mehr verwechseln. So groß ist der Unterschied.
Ein steifer, angespannter Gang
Das Pferd läuft vorsichtig. Kurze Schritte, Widerwillen, sich auf hartem Boden zu drehen, eine leicht trippelige Art der Bewegung. Das ist im klassischen Sinn noch keine Lahmheit (das Pferd bewegt sich noch), aber die Schrittlänge ist deutlich verkürzt und vorsichtig. Auf dem Zirkel wird das Unwohlsein deutlicher.
Gut zu wissen
Die Kontrolle des digitalen Pulses kostet nichts und dauert zehn Sekunden. Es lohnt sich, sie zu einem festen Teil im Umgang mit deinem Pferd zu machen, besonders im Frühling oder nach jeder Futterumstellung. Veränderungen bemerkst du viel eher, wenn du weißt, wie sich normal bei genau diesem Tier anfühlt.
Spätere Anzeichen: Das ist ein Notfall
Wenn die frühen Anzeichen unbeachtet bleiben, verändert sich das Bild. Das Pferd hat jetzt echte Schmerzen, und das zeigt sich.
Die typischste Haltung ist die klassische Rehehaltung: die Vorderhufe nach vorn geschoben, das Gewicht auf die Hinterhand verlagert, die Zehen leicht angehoben, um Druck von dem schmerzhaften Zehenbereich zu nehmen. Manche Pferde stellen auch die Vorderbeine weit auseinander. Sie versuchen auf jede mechanisch mögliche Weise, den vorderen Teil des Hufs zu entlasten.
Systemisch setzt die Schmerzreaktion ein. Fieber ist möglich. Das Pferd kann schwitzen, selbst bei kühlen Bedingungen. Die Herzfrequenz steigt. Das sind Anzeichen dafür, dass der Entzündungsprozess erheblich ist und das Tier jetzt eine Schmerzlinderung braucht, nicht erst später am Tag.
Ich möchte bei einem Punkt ganz direkt sein: In diesem Stadium sollte das Pferd nicht auf einen regulären Termin warten. Ruf deinen Tierarzt an.
Was du tun solltest, während du auf den Tierarzt wartest
Zwinge das Pferd nicht zur Bewegung. Bewegung auf entzündeten Lamellen kann den strukturellen Schaden verschlimmern. Wenn das Pferd ruhig steht, lass es stehen. Tiefe, weiche Einstreu sorgt für etwas Druckentlastung.
Kühle die Hufe. Im kalten Wasser stehen oder den unteren Teil des Beins mit kaltem Wasser abspritzen gehört zu den wirksamsten Sofortmaßnahmen. Das reduziert die lokale Entzündung und kann in den frühen Stadien helfen, den Schaden zu begrenzen.
Nimm sofort den Zugang zur Weide und zu jedem zuckerreichen Futter weg. Gras, besonders üppiges Frühlingsgras, enthält schnell fermentierbare Kohlenhydrate, die die Stoffwechsellage deutlich verschlechtern können.
Hufrehe langfristig managen
Sobald die akute Phase unter Kontrolle ist, verlagert sich der Fokus auf das langfristige Management. Gewichtsmanagement ist zentral für Pferde und Ponys mit metabolischer Hufrehe. Der eingeschränkte Zugang zur Weide, der Einsatz eines Fressbremsers und die Anpassung der Heurationen sind alles evidenzbasierte Ansätze. Geeignete, kontrollierte Bewegung (sobald die akute Entzündung abgeklungen ist) hilft dabei, die Hufgesundheit und die Durchblutung zu erhalten.
Hufbearbeitung ist keine Option, auf die man verzichten kann. Regelmäßiges Ausschneiden und in manchen Fällen korrigierender Beschlag gehören dazu, um das Pferd durch die Erholung zu begleiten und das Risiko eines Fortschreitens der Rotation zu verringern. Ein guter Hufschmied, der mit deinem Tierarzt kommuniziert, ist Gold wert.
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1. Elliott, J. & Bailey, S.R. (2023). A review of cellular and molecular mechanisms in endocrinopathic, sepsis-related and supporting limb equine laminitis. Equine Veterinary Journal, 55(3), 350–375. DOI: 10.1111/evj.13933
2. Avella Lavado, R., Lewis, J. & Montgomery, J.B. (2023). Continuous digital hypothermia for prevention and treatment of equine acute laminitis: A practical review. The Veterinary Journal, 300–302, 106016. DOI: 10.1016/j.tvjl.2023.106016
3. Skelton, G., Acutt, E., Stefanovski, D. & van Eps, A. (2025). Evaluation of digital radiographic measurements for the diagnosis of acute laminitis. Equine Veterinary Journal, 57(4), 931–942. DOI: 10.1111/evj.14436
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