Horse hoof laminitis

Hufrehe bei Pferden: Behandlung und Unterstützung.

21. Sep 2023Valerie De Clerck

Wenn dein Pferd oder Pony Hufrehe hat, leidet es an einer schmerzhaften Entzündung des Gewebes zwischen Hufwand und Hufbein. Die Erkrankung kann für deinen Vierbeiner lebensbedrohlich werden – deshalb musst du schnell handeln. So hilfst du einem Pferd mit Hufrehe. 

1. Zieh sofort deinen Tierarzt hinzu

Das Wichtigste zuerst: Die Schmerzen müssen unter Kontrolle gebracht werden. Hufrehe ist für ein Pferd sehr schmerzhaft und deshalb ein medizinischer Notfall.

Dein Tierarzt wird Röntgenaufnahmen machen, um die Stellung des Hufbeins (der dritten Phalanx) zu beurteilen und den Schweregrad einzuschätzen.

Wenn dein Pferd älter als zwölf Jahre ist, lässt du am besten zusätzlich eine Blutuntersuchung machen – einfach, um PPID auszuschließen.

2. Stell dein Pferd auf weichen Untergrund

Für einen weichen Untergrund eignen sich am besten Sägemehl, nasser Sand oder Holzspäne. Wenn du dein Pferd auf Sand stellst, achte darauf, dass es den Sand nicht frisst – Sandkolik zusätzlich zur Hufrehe ist wirklich das Letzte, was du gebrauchen kannst.

Stütze die Hufe mit speziellen Hufschuhen und versuche, dein Pferd nicht zu viel zu bewegen, solange eigenständiges Laufen schwerfällt.

3. Kühl die Hufe deines Pferdes

Wenn du die Temperatur senkst, reduzierst du die Entzündung und Schwellung des Gewebes in den Hufen (der sogenannten „Lamellen“, wie diese Gewebeschichten genannt werden).

Gib ein paar Eiswürfel in einen Plastikbeutel und hänge ihn um die Hufe deines Pferdes.

Wenn du keine Eiswürfel hast, sprüh die Hufe mit kaltem Wasser ab.

4. Zucker vermeiden

Nimm dein Pferd von der Weide (mit zusätzlicher Unterstützung für die Hufe), streich Getreide aus dem Futter und stelle auf eine zuckerarme Fütterung um.

Das ist allerdings nicht dasselbe wie Fasten. Wenn Pferde oder Ponys plötzlich kein Futter mehr bekommen, nutzt ihr Körper das eigene Fettgewebe als Energiequelle. Das ist problematisch, denn diese Fette gelangen dann in den Blutkreislauf und können zu einer Fettleber führen.

Also füttere weiterhin Heu, achte aber darauf, dass auch das Heu zuckerarm ist. Wenn du den Zuckergehalt im Heu senken möchtest, weiche es in Wasser ein. Hast du es mit einem verfressenen Pferd zu tun? Gib ihm das Heu in einem Heunetz oder Slowfeeder.

5. Sinnvolle Kräuter und Mineralstoffe

Verwöhne dein Pferd mit den richtigen Kräutern und Mineralstoffen. Wähle eine Kräutermischung, die auf verschiedene Aspekte der Hufgesundheit abzielt: Unterstützung der Leber, Durchblutung der Hufe, Schutz von Magen und Darm, ein ausgeglichener Fett- und Zuckerstoffwechsel ...

Hier sind einige nützliche Mineralstoffe und Kräuter für betroffene Pferde:

  • Magnesium kann steifen Muskeln guttun und unterstützt den Zuckerstoffwechsel, indem es eine normale Insulinreaktion fördert. Chlorella hat zum Beispiel einen hohen Magnesiumgehalt [1].
  • Chlorella ist reich an Chlorophyll, das Häm in seiner Struktur stark ähnelt, dem Bestandteil, aus dem Hämoglobin gebildet wird. Diese Ähnlichkeit kann die Bildung roter Blutkörperchen und die Sauerstoffversorgung unterstützen [2].
  • Equisetum ist reich an Silicium, einem wichtigen Baustein für gesundes Hufgewebe [3].
  • Süßholz unterstützt die Magengesundheit und fördert einen normalen Cortisolstoffwechsel im Körper [4].
  • Chrysanthellum americanum und Silybum marianum (und nein, das sind keine Zauberwörter aus Harry Potter) unterstützen die Leber [5].
  • MSM unterstützt die natürliche Abwehr und ist reich an Schwefel, einem wichtigen Baustein für gesunde Hufe [6].
  • Pinus pinaster and L-arginine fördern die Durchblutung in den Hufen [7].
  • Berberis vulgaris unterstützt den Fettstoffwechsel im Körper [8].

Zu viel auf einmal? Keine Sorge! Du kannst uns per Live-Chat kontaktieren oder uns eine E-Mail an schreiben, und unsere Tierärzte helfen dir weiter.

6. Hufpflege

Bei Hufrehe ein Muss: die Hufe schützen und die Stellung deines Pferdes korrigieren. In der ersten Phase ist es wichtig, ein Kippen des Hufbeins zu verhindern. Das entlastet den Schmerz an der Hufwand.
Danach versucht der Hufschmied durch korrektes Ausschneiden, die natürliche Hufsituation so gut wie möglich wiederherzustellen. Suchst du einen Hufschmied mit viel Erfahrung mit Pferden, die an Hufrehe leiden? Dann gibt es einen Namen: Remco Sikkel.

7. Angepasste Bewegung

Ausreichend Bewegung ist für die vollständige Erholung bei Hufrehe wichtig, aber niemals in der akuten Phase. In diesem Stadium erhöht Bewegung das Risiko, dass das Hufbein kippt, und das ist für dein Pferd oft viel zu schmerzhaft.

  • Schritt eins: Schmerzen und Schwellung unter Kontrolle bringen.
  • Schritt zwei: bewegen.

Es versteht sich von selbst: ist für deinen Vierbeiner alles andere als angenehm. Deshalb ist es . Und wenn du früher oder später doch mit einem betroffenen Pferd oder Pony zu tun hast, wende die obigen Tipps an. So hältst du die Folgen gut unter Kontrolle.

Wissenschaftliche Referenzen

  1. Winter J. C., et al., (2020) Relationship between intracellular free magnesium concentration and the degree of insulin resistance in horses with equine metabolic syndrome. Pferdeheilkunde 36, 325–332; DOI 10.21836/PEM20200406
  2. Rani K., Sandal N. & Sahoo PK, (2018), A comprehensive review on chlorella- its composition, health benefits, market and regulatory scenario, The Pharma Innovation Journal, 7 (7), 584-589.
  3. Smita Badole & Swati Kotwal, (2014), Equisetum arvense: Ethanopharmacological and Phytochemical review with reference to osteoporosis, 4 (1).
  4. Peyman Petramfar, et al., (2020), Efficacy of oral administration of licorice as an adjunct therapy on improving the symptoms of patients with Parkinson's disease, A randomized double blinded clinical trial, Journal of Ethnopharmacology, Vol 247.
  5. Xiang Li, et al., (2023), Effects and mechanism of action of Chrysanthemum morifolium (Jinsi Huangju) on hyperlipidemia and non-alcoholic fatty liver disease, European Journal of Medicinal Chemistry, Vol 255.
  6. Applied equine nutrition, Equine NUtrition Conference (ENUCO) (2005), Editor A. Lindner, Pages: 172.
  7. Siani A, et al., Blood pressure and metabolic changes during dietary L-arginine supplementation in humans. Am J Hypertens. 2000;13(5):547-551. doi:10.1016/s0895-7061(99)00233-2
  8. Wang H, et al., (2018), Metformin and berberine, two versatile drugs in treatment of common metabolic diseases. Oncotarget. 2018;9(11).

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