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Trächtig und anfällig für Hufrehe: So fütterst du eine zuckerempfindliche Stute
Trächtig und anfällig für Hufrehe: So fütterst du eine zuckerempfindliche Stute
Das Wichtigste auf einen Blick
- Idealerweise bringst du eine Stute schon vor dem Decken in eine gute Stoffwechselverfassung, denn Trächtigkeit und Laktation verlangen ihrem Körper bereits viel ab.
- Wenn sie bereits trächtig ist und an Hufrehe leidet, gerate nicht in Panik, passe die Fütterung statt des Kraftfutters an.
- Ein typisches Kraftfutter für Stuten kann pro Tag 480 bis 750 g Zucker und Stärke liefern, genau die Belastung, die einen Hufrehe-Schub auslösen kann.
- Ein Balancer mit niedrigem NSC-Gehalt liefert die gleiche Menge an Kupfer und Zink, wichtig zur Vorbeugung von OCD beim Fohlen, bei einem Bruchteil des Zucker- und Stärkegehalts.
Eine trächtige Stute, die plötzlich steif läuft, heiße Hufe hat oder ihr Gewicht kaum noch verlagern will: Das ist der Anruf, vor dem sich jede Züchterin und jeder Züchter fürchtet. Hufrehe in der Mitte der Trächtigkeit kommt nicht oft vor, aber sie kommt vor – und zwar leichter, als viele Halter denken, wenn eine Stute bereits eine gewisse Insulindysregulation mitbringt. Wenn das passiert, ist der Futterraum meist das Erste, was sich ändern muss.
Bring sie möglichst erst in eine gute Verfassung, bevor du sie decken lässt
Hier die ehrliche Antwort, gleich vorweg: Am besten musst du dich damit gar nicht erst beschäftigen. Idealerweise geht eine Stute mit stabilem Gewicht in die Trächtigkeit, und ihre Insulinreaktion ist bereits unter Kontrolle, statt dass man das erst mitten in der Tragezeit in den Griff bekommen muss. Trächtigkeit und Laktation sind für sich genommen schon fordernd genug. Kommt dann noch eine Hufrehe-Vorgeschichte dazu, ist die Fütterung keine Routine mehr. Sie wird zum täglichen Balanceakt.
Aber sie ist schon tragend und hat jetzt Hufrehe. Was nun?
Diese Frage bekommen wir öfter, als man denken würde: Meine Stute ist trächtig und zuckersensibel, oder sie hatte schon einmal Hufrehe – was mache ich jetzt? Hier hilft etwas Differenzierung. Natürlich wäre es besser, das ganz zu vermeiden. Aber wenn es nun einmal Realität ist, ist es keine Krise, die du nicht bewältigen kannst. Es bedeutet vor allem, beim Futter deutlich genauer zu sein, denn eine tragende oder laktierende Stute braucht ihre Mineralstoffe weiterhin – für sich selbst und für das Fohlen, das sie trägt.
Was die Forschung tatsächlich sagt
Hinter diesem Thema steckt mehr Wissenschaft, als man in den meisten Gesprächen im Futterraum vermuten würde. Ein Review aus dem Jahr 2023 in Frontiers in Veterinary Science befasste sich gezielt mit Adipositas und Insulindysregulation bei Zuchtstuten und bezeichnete Hufrehe als „die schwerwiegendste Folge“ einer Insulindysregulation beim Pferd. Die späte Trächtigkeit bringt ohnehin einen natürlichen Anstieg der Insulinresistenz mit sich. Bei einer Stute, die bereits insulinregulationsgestört ist, kommt diese physiologische Veränderung also auf eine bestehende Anfälligkeit obendrauf – genau dann, wenn die Futtermenge meist zunimmt.
Dasselbe Review zeigte noch etwas Wichtiges: Stuten, die stärkereiche Rationen bekamen, brachten Fohlen mit höheren Glukose-Ausgangswerten zur Welt, und einige dieser Fohlen zeigten bereits mit etwa 160 Tagen erste Anzeichen einer Insulinresistenz – selbst dann, wenn die Stute selbst nicht übergewichtig war. Die Zuckermenge ist also nicht nur für ihre Hufe ein Problem. Sie kann auch den Stoffwechsel des Fohlens prägen.
Warum ein Stutenkraftfutter hier nach hinten losgeht
Nehmen wir eine 500-kg-Stute mit einem typischen Stutenkraftfutter. In der späten Trächtigkeit, etwa ab dem neunten Monat, kommt sie damit schnell auf rund 480 g Zucker und Stärke pro Tag. In den ersten vier Monaten der Laktation steigt die Ration meist weiter an – leicht auf 750 g pro Tag, sobald du genug fütterst, um ihren Bedarf zu decken. Allgemeine Empfehlungen für hufrehegefährdete Pferde setzen die Obergrenze bei einem Hochrisikopferd auf unter 10 % NSC in der Trockenmasse, und Pferde mit bestätigter Insulindysregulation vertragen pro Mahlzeit etwa zehnmal weniger Zucker und Stärke als stoffwechselgesunde Pferde. Ein Kraftfutter arbeitet genau deshalb dagegen: Um den Mineralstoffbedarf zu decken, musst du eine relativ große Portion füttern, und diese Portion bringt die ganze Stärke gleich mit. Für eine Stute, die darauf sensibel reagiert, ist das der falsche Weg.
Was ein Balancer verändert
Ein Balancer dreht dieses Verhältnis um. Er ist eine konzentrierte Vitamin- und Mineralstoffbasis, die täglich in kleiner Menge zusätzlich zum Raufutter gefüttert wird – statt eines voluminösen Futters, das auf Kalorien ausgelegt ist. Für eine 500-kg-Stute sind das 250 g pro Tag, was auf etwa 19 g Zucker und Stärke hinausläuft – also nur ein Bruchteil dessen, was ein Kraftfutter mit sich bringt – und sie bekommt trotzdem die vollen 120 mg Kupfer und 600 mg Zink, die sie braucht.
Diese Kupfermenge ist wichtiger, als es auf den ersten Blick scheint. Eine Studie aus dem Jahr 1998 im Equine Veterinary Journal ergänzte tragende Vollblutstuten mit Kupfer und zeigte, dass dies Physitis und Knorpelläsionen bei ihren Fohlen im Alter von 150 Tagen signifikant verringerte. Eine direkte Supplementierung des Fohlens nach der Geburt brachte dagegen nichts. Das entscheidende Zeitfenster ist also die Stute während der Trächtigkeit – genau deshalb ist das nichts, was man einfach weglassen sollte, nur weil sie äußerlich unauffällig wirkt.
Este Balancer
Eine konzentrierte Vitamin- und Mineralstoffbasis für die gesamte Trächtigkeits- und Laktationszeit, mit niedrigem Zucker- und Stärkegehalt.
Der Monatsplan im Überblick
Für eine 500-kg-Stute sieht das in der Praxis so aus:
- Gesamte Trächtigkeit: Raufutter plus 250 g Balancer pro Tag, ab Monat 7 steigend auf etwa 300 g.
- Laktation, Monat 1: 300 g Balancer plus 300 bis 500 g Este Power.
- Laktation, Monate 2 bis 4: 300 g Balancer plus 500 bis 1.000 g Este Power, wobei Monat 2 und 3 den Höhepunkt bilden.
- Ab Monat 5: Este Power schrittweise wieder reduzieren und den Balancer wieder auf 250 g senken.
Dieses zusätzliche Protein lohnt sich nur, wenn sie an Kondition verliert. Hält sie ihr Gewicht gut oder ist eher schwerfuttrig, reicht oft der Balancer allein.
Mehr Energie für die Laktation, ohne Zucker
Die Laktation ist die eine Phase, in der eine hufrehegefährdete Stute oft tatsächlich mehr Kalorien braucht – nicht nur Mineralstoffe. Genau hier hat ein ölbasierter Zusatz seinen Platz statt eines stärkereichen Futters: Er unterstützt Kondition und Fellqualität, ohne den Insulinanstieg, den eine getreidebasierte Energiequelle mit sich bringt.
Grow & Glow
Ein natürliches Omega-3-Öl-Supplement für zusätzliche Kondition und Fellqualität, ohne Zucker und ohne unnötige Nervosität.
Gut zu wissen
Este Power ist die eigene Proteinformel von Dr. Sara Torfs und wird nicht von uns vertrieben. Wenn deine Stute in der frühen Laktation dieses zusätzliche Protein braucht, frag am besten deinen Tierarzt oder Sara direkt, was passt – besonders dann, wenn sie bereits zu Hufrehe neigt.
Eine Stute erst dann tragend werden zu lassen, wenn sie bereits in guter Verfassung ist, bleibt der bessere Ablauf. Wenn die Realität anders aussieht, ist das Futter das Erste, was du anpasst – nicht das Letzte.
Quellen
Hallman, I., Karikoski, N., & Kareskoski, M. (2023). The effects of obesity and insulin dysregulation on mare reproduction, pregnancy, and foal health: a review. Frontiers in Veterinary Science, 10:1180622.
Pearce, S.G., Firth, E.C., Grace, N.D., & Fennessy, P.F. (1998). Effect of copper supplementation on the evidence of developmental orthopaedic disease in pasture-fed New Zealand Thoroughbreds. Equine Veterinary Journal, 30(3), 211-218.
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