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Bekämpfe den Klimawandel mit deinem Sparkonto
Bekämpfe den Klimawandel mit deinem Sparkonto
Das Wichtigste auf einen Blick
- Warum dein Sparkonto möglicherweise unbemerkt Unternehmen für fossile Brennstoffe finanziert, ohne dass du es weißt
- Was peer-reviewte Forschung über die tatsächlichen CO₂-Kosten dessen sagt, was Hunde fressen
- Zwei praktische Hebel, mit denen Hundebesitzer ihren Klimafußabdruck verkleinern können
- Wie du deiner Bank die richtige Frage stellst und wie eine gute Antwort aussieht
Der Futternapf deines Hundes und dein Bankkonto haben mehr gemeinsam, als du vielleicht denkst. Beide Entscheidungen haben einen CO2-Preis, den die meisten von uns nie genauer betrachten sollten, und beide lassen sich ohne viel Aufwand verändern.
Wohin dein Erspartes fließt, wenn du nicht hinsiehst
Banken legen dein Geld nicht in einen Tresor. Sie investieren es. Ein Teil bleibt liquide, um Auszahlungen abzudecken, aber der Rest wird in Anleihen, Aktien und Kredite gesteckt. Jahrelang ist ein großer Teil dieser Investitionen in Öl-, Gas- und Kohleunternehmen geflossen.
Eine in Global Environmental Change veröffentlichte Studie von Forschenden der University of Edinburgh ordnet das Ausmaß der Emissionen ein: Allein die weltweite Herstellung von Tierfutter verursacht jährlich 56 bis 151 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente und macht damit 1,1 bis 2,9 % der gesamten landwirtschaftlichen Emissionen aus (Alexander et al., 2020). Diese Zahl sollte man kurz auf sich wirken lassen. Der Sektor fossiler Brennstoffe erhält derweil jedes Jahr Finanzierungen in Billionenhöhe von großen Privatkundenbanken, größtenteils unsichtbar für gewöhnliche Sparer.
Eine Studie aus dem Jahr 2022 in Business and Society Review zeigte, dass Finanzmärkte tatsächlich auf Ankündigungen zum Divestment aus fossilen Brennstoffen reagieren. Das deutet darauf hin, dass es für das Verhalten von Unternehmen wirklich eine Rolle spielt, wohin Kapital fließt (Zori, 2022). Deine Ersparnisse sind in einem großen System nur ein kleines Signal, aber dieses Signal ist real.
Gut zu wissen
Die meisten Banken sagen dir auf Nachfrage grob, worin sie investieren. „Wie viel Prozent Ihres Kreditportfolios entfallen auf Unternehmen für fossile Brennstoffe?“ ist eine faire und konkrete Frage. Eine gute Bank sollte sie beantworten können.
Die CO2-Kosten, die sich im Napf deines Hundes verstecken
Hundebesitzer, die sich wegen des Klimas Sorgen machen, konzentrieren sich oft auf Verpackungen, Autofahrten in die Tierhandlung oder die Frage, ob sie Bio kaufen sollen. Der größte Hebel ist einer, den deutlich weniger Menschen prüfen: die Zutaten im Futter selbst.
Forschende der Universitäten Edinburgh und Exeter analysierten den CO2-Fußabdruck von 996 kommerziell erhältlichen Hundefuttern, die bei einem einzigen britischen Händler verkauft wurden. Die Produkte mit den höchsten Auswirkungen verursachten bis zu 65-mal mehr Treibhausgasemissionen als die Optionen mit den niedrigsten Werten (veröffentlicht im Journal of Cleaner Production, 2026). Der wichtigste Faktor war der Anteil und die Art des Fleisches: Edle Teilstücke, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, haben deutlich höhere CO2-Kosten als nährstoffreiche Nebenprodukte, die sonst weggeworfen würden.
Eine umfassendere globale Analyse bestätigte dieses Muster. Okin (2017) schätzte in PLOS ONE, dass allein das Futter für die Hunde- und Katzenpopulation in den USA jährlich 64 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente freisetzt. Die Auswahl der Zutaten, nicht Verpackung oder Transport, macht den größten Teil dieser Zahl aus.
Das ist für Hundebesitzer wichtig, nicht weil die Lösung darin bestünde, Hunde nicht mehr zu füttern, sondern weil die Wahl des Futters einen messbaren Fußabdruck hat. Trockenfutter mit Nebenprodukt-Zutaten liegt tendenziell am unteren Ende dieser 65-fachen Spannweite. Nassfutter, Rohfutter und getreidefreie Produkte mit edlen Fleischstücken liegen tendenziell am oberen Ende.
„Die Herstellung der Zutaten für Hundefutter im Vereinigten Königreich trägt rund 0,9 bis 1,3 Prozent zu den gesamten Treibhausgasemissionen des Landes bei und bis zu 3,7 Prozent zu den THG-Emissionen des britischen Lebensmittelsystems.“— Universities of Edinburgh & Exeter, Journal of Cleaner Production, 2026
Zwei Hebel, die die meisten Menschen ignorieren
Hier liegt die ehrliche Reibung. Keiner dieser Hebel ist dramatisch, und keiner erfordert eine große Veränderung des Lebensstils. Aber beide verlangen mehr als nur passive gute Absichten.
Hebel eins: Stelle deiner Bank eine schwierigere Frage
Fast 2.000 institutionelle Anleger mit einem Vermögen von mehr als 14 Billionen US-Dollar haben sich laut Daten von Forschenden im Bereich Klimafinanzierung von Unternehmen für fossile Brennstoffe getrennt oder dies zugesagt. Einzelne Sparer haben deutlich weniger Einfluss, aber dasselbe Prinzip gilt. Einige Banken haben klare Zusagen gemacht: Die Amalgamated Bank in den USA hat sich zum Beispiel verpflichtet, keine Kredite an Unternehmen für fossile Brennstoffe zu vergeben, und ihre Net-Zero-Ziele veröffentlicht.
Der praktische Schritt ist einfach. Frage deine Bank, worin sie investiert. Wenn du langfristige Ersparnisse, ein ISA oder eine Rente hast, frage gezielt, ob die Fonds auf Engagements in fossilen Brennstoffen geprüft oder danach gefiltert werden. Du musst nicht alles auf einmal umstellen. Fang damit an zu verstehen, was du derzeit besitzt.
Hebel zwei: Schau dir an, was in der Tüte steckt
Nicht jede Nachhaltigkeitsbehauptung bei Hundefutter ist durch Daten belegt, und es lohnt sich, Marketingformulierungen auf Verpackungen kritisch zu hinterfragen. Die Studie aus Edinburgh/Exeter ist ein verlässlicherer Leitfaden als ein Aufkleber mit „natürlichen Zutaten“. Die entscheidende Variable ist, ob das Produkt auf Nebenprodukt-Zutaten oder edlen Fleischstücken basiert und ob es eher trocken oder nass ist.
Für die meisten Hunde deckt ein ernährungsphysiologisch vollständiges Trockenfutter mit verantwortungsvoll bezogenen Zutaten sowohl den gesundheitlichen als auch den klimabezogenen Aspekt vernünftig ab. Das ist keine universelle Antwort, aber ein hilfreicher Ausgangspunkt.
Warum es sich lohnt, jetzt darüber nachzudenken
Die Verbindung zwischen persönlichen Finanzen und Klima geht neben größeren Schlagzeilen oft unter. Selten schafft sie es in die Nachrichten, weil der Mechanismus indirekt ist: Deine Ersparnisse bohren nicht persönlich nach Öl. Forschung zur grünen Finanzierung deutet jedoch darauf hin, dass die Kapitalallokation Emissionsergebnisse beeinflusst. Eine Studie aus dem Jahr 2023 in Frontiers in Environmental Science ergab, dass ein höheres Entwicklungsniveau grüner Finanzierung sowohl lokale als auch benachbarte CO2-Emissionen senkt, wobei die Effekte mit der Zeit stärker werden, statt nachzulassen (Frontiers, 2025).
Dieselbe Logik gilt auf Verbraucherebene. Wohin Geld fließt, prägt, was gebaut wird, und was gebaut wird, prägt, was ausgestoßen wird. Ein Sparkonto bei einer Bank, die aktiv Infrastruktur für fossile Brennstoffe finanziert, ist keine neutrale Handlung. Genauso wenig wie eine Futterwahl am oberen Ende dieser 65-fachen Emissionsspanne.
Beides lässt sich zumindest grundsätzlich auch leicht ändern. Genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
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1. Alexander, P., Berri, A., Moran, D., Reay, D., & Rounsevell, M. (2020). The global environmental paw print of pet food. Global Environmental Change, 65, 102153. https://doi.org/10.1016/j.gloenvcha.2020.102153
2. Okin, G. S. (2017). Environmental impacts of food consumption by dogs and cats. PLOS ONE, 12(8), e0181301. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0181301
3. Zori, A. (2022). Market reaction to fossil fuel divestment announcements: Evidence from the United States. Business and Society Review, 127(1), 3–22. https://doi.org/10.1111/basr.12295
4. Universities of Edinburgh & Exeter (2026). Climate impact of dogs' dinner revealed. Journal of Cleaner Production. https://www.ed.ac.uk/news/climate-impact-of-dogs-dinner-revealed
5. Li, X., et al. (2025). Research on the carbon emission reduction effects of green finance in the context of environment regulations. Frontiers in Environmental Science. https://doi.org/10.3389/fenvs.2025.1647224
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