Einleitung
Arthrose, auch als degenerative Gelenkerkrankung bekannt, ist eine häufige Erkrankung bei Pferden, bei der sich der Knorpel in den Gelenken nach und nach abbaut. Das kann zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit führen und die Leistungsfähigkeit sowie Lebensqualität deines Pferdes deutlich beeinträchtigen. Die Ursachen zu verstehen, die Symptome frühzeitig zu erkennen und passende Behandlungsmöglichkeiten zu kennen, sind wichtige Schritte, um mit dieser chronischen Erkrankung gut umzugehen und das Wohlbefinden betroffener Pferde zu unterstützen.
Was ist Arthrose bei Pferden?
Ein Gelenk ist die Stelle, an der zwei Knochen miteinander verbunden sind und dem Körper ermöglichen, sich zu beugen und zu bewegen. Die Bänder und die Gelenkkapsel geben den beiden Knochen zusätzliche Stabilität, während Knorpel die Knochenenden bedeckt und schützt. Damit sich dein Pferd leicht bewegen kann, ist der Gelenkspalt mit Synovialflüssigkeit gefüllt.
Kurz gesagt besteht ein Gelenk aus verschiedenen Strukturen, die eng miteinander verbunden sind. Wenn ein Teil des Gelenks aus dem Gleichgewicht gerät, entsteht schnell ein Dominoeffekt, der die Funktion der anderen Teile beeinträchtigt.
Arthritis bei Pferden ist eine allgemeine Entzündung des Gelenks. Wird dabei auch der Knorpel rund um das Gelenk geschädigt, spricht man von Arthrose. In diesem Fall gerät das gesamte Gelenk unter Druck, was Schmerzen und Lahmheit verursacht.
Ursachen von Arthrose bei Pferden?
Während Arthrose bei Pferden kann viele Ursachen haben, und manche Pferde und Ponys sind einfach anfälliger für Gelenkprobleme als andere. Besonders ältere Pferde, Sportpferde, übergewichtige Pferde oder Pferde, die bereits einmal am Gelenk operiert wurden, neigen eher zu dieser degenerativen Gelenkerkrankung.
Arthrose hat zwei Hauptursachen:
1. Abnormaler Druck auf normalen Knorpel
Der Gelenkknorpel deines Pferdes ist eigentlich vollkommen gesund, wird aber durch zu hohen Druck geschädigt. Mögliche Ursachen sind intensives Training, Überlastung, eine Fraktur, eine Fehlhaltung…
2. Normaler Druck auf geschädigten Knorpel
Der Druck auf das Gelenk ist nicht ungewöhnlich hoch, aber das Gelenk ist nicht so gesund, wie es sein sollte. Diese Kombination führt zu weiterem Verschleiß, wie zum Beispiel OCD, eine Erkrankung, die durch lose Knorpel- und/oder Knochenfragmente im Gelenk gekennzeichnet ist.
Woran erkennst du Arthrose bei deinem Pferd?
1. Dein Pferd ist weniger beweglich geworden
Arthrose beginnt meist nicht mit einer deutlichen Lahmheit, sondern mit einem steif und unbeweglich im Gang. Dein Pferd kommt nur schwer in Gang und wirkt weniger beweglich unter dem Sattel. Bei Arthrose im Hals wird es ihm schwerfallen, den Hals zu strecken oder zu beugen. Typisches Symptom von Arthrose: nach zehn Minuten Aufwärmen wird sich dein Pferdefreund nach und nach weniger steif bewegen. Bewegung wärmt Muskeln, Sehnen und Gelenke auf und sorgt schon bald dafür, dass es sich freier bewegt.
2. Dein Pferd hat Probleme beim Wälzen und Aufstehen
Wälzt dein Pferd sich seltener und fällt ihm das Aufstehen schwer? Das kann durch mangelnde Beweglichkeit der Wirbelsäule verursacht werden, wobei Arthrose die Hauptursache ist.
3. Dein Pferd zeigt unter dem Sattel Widerstand
Bei bestimmten Bewegungen, wie beim Springen und Landen, wird der Knorpel deines Pferdes stark belastet. Abgenutzter Knorpel dämpft Stöße weniger gut ab und das kann für dein Pferd sehr schmerzhaft sein.
4. Dein Pferd lahmt
Arthrose verursacht bei bestimmten Bewegungen einen stechenden Schmerz. Dadurch kann dein Pferd deutlich lahmen, was vor allem auf dem Zirkel und auf gerader Linie auffällt. Ein weiteres klares Anzeichen für Lahmheit: wenn der Kopf deines Pferdes nickt bei jeder Bewegung. Am deutlichsten siehst du das im Trab.
5. Dein Pferd ist gereizt und launisch
Wenn dein Pferd Schmerzen hat, kann es gereizt und launisch sein (mal ehrlich, wie wärst du selbst?). Es wird Menschen und anderen Pferden gegenüber weniger tolerant sein, legt die Ohren an, schlägt mit dem Schweif und schnappt oder tritt.
6. Dein Pferd hat Probleme beim Kauen
Wenn dein Pferd Futter aus dem Maul fallen lässt, schräg oder nur auf einer Seite kaut, ist das Kiefergelenk wahrscheinlich schmerzhaft - oft aufgrund von Arthrose. Wichtig: Diese Anzeichen können auch auf allgemeine Zahnprobleme hindeuten. Kommen dir die oben genannten Symptome bekannt vor? Dann ist es gut möglich, dass dein Pferd an Arthrose leidet. Leider gibt es keine Heilung, aber zum Glück lässt sich Arthrose gut behandeln. Und je früher du handelst, desto besser kannst du dein Pferd unterstützen. Mit anderen Worten: Zeit für einen Besuch beim Tierarzt! Wir wünschen dir viel Erfolg!
Wie behandelst du dein Pferd mit Arthrose?
1. "Stelle im Zweifel die richtige Diagnose bei Verdacht auf Arthrose."
Vermutest du, dass dein Pferd an Arthrose leidet? Versuch nicht, das allein zu lösen, sondern kontaktiere deinen Tierarzt und lass dein Pferd zur Sicherheit untersuchen.
2. Behandle die Entzündung
Es ist entscheidend, Schmerzen und Entzündungen im Gelenk so schnell wie möglich in den Griff zu bekommen, um weitere Knorpelschäden zu vermeiden. Der Tierarzt wird entzündungshemmende Mittel ins Gelenk spritzen oder eine entzündungshemmende Ernährung empfehlen.
3. Sorge dafür, dass dein Pferd Bewegung bekommt
Bewegung ist der beste Weg, um die Gelenke deines Pferdes geschmeidig zu halten! Beginne mit täglichen Spaziergängen an der Hand und steigere das Pensum langsam. Denk gar nicht erst ans Reiten, bis dein Tierarzt und dein Pferd grünes Licht geben.Bei manchen Pferden ist die Arthrose so weit fortgeschritten, dass Reiten keine Option mehr ist.
4. Organisiere Physiotherapie und Osteopathie
Diese Therapien helfen nicht nur dabei, die Muskeln und Bänder deines Pferdes beweglich zu halten, sondern lindern auch die Schmerzen
5. Halte ein gesundes Körpergewicht
Pferde mit Übergewicht belasten ihre Gelenke übermäßig. Achte auf eine Ernährung, die zu deinem Pferd passt, um Arthrose vorzubeugen.
6. Kümmere dich um die Hufe deines Pferdes
Richtig ausgeschnittene Hufe sind entscheidend, damit die Belastung der Gelenke gleichmäßig verteilt wird und Arthrose vorgebeugt werden kann.
7. Sorge für eine ruhige Umgebung
Es ist wichtig, dass dein Pferd selbst wählen kann, wann es spazieren gehen möchte. Lass es deshalb regelmäßig auf den Paddock. Wähle eine ruhige Umgebung, in der es nicht von anderen Pferden gejagt wird.